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Premierenabend in Tokio

15. November 2017

Nach zwei sensationellen Konzertabenden in der Suntory Hall haben wir an diesem Abend unser 90. Konzert in der japanischen Hauptstadt gegeben! Gefeiert wurde das mit unserer Japan-Premiere des Deutschen Requiems von Brahms, welches darüber hinaus vom Sender »NHK« live übertragen wurde. Es war das Abschlusskonzert der 15. Festivalausgabe von “NHK meets the Classic”.
Ein großartiger Abend und zugleich unser letztes Tourneekonzert zusammen mit dem Wiener Singverein und unseren Solisten Hannah Morrison und Michael Nagy, bei denen wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für vier grandiose Aufführungen in Paris, Wien und Tokio bedanken!
Die TV-Aufzeichnung des Requiem wird am 18. Dezember 2017 um 00:00 Uhr im NHK Fernsehen gezeigt.

Mit nunmehr insgesamt 90 Aufführungen, darunter 34 mit dem Thomanerchor, zählt Tokio zu den Städten, in denen das Gewandhausorchester am häufigsten im Ausland aufgetreten ist. Die erste Reise fand schon im Jahr 1961 unter Franz Konwitschny statt – noch eher, als Reisen in die USA stattfanden.

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Redaktionsbesuche in Tokio

15. November 2017

Voller Terminplan an diesem Tag: Redaktionsbesuche bei »Yomiuri Shimbun«, »Ongaku No Tomo« und »NHK«. Für Gewandhausdirektor Andreas Schulz, Dirk Steiner und Akio Takano standen vor der Brahms-Premiere Besuche bei drei wichtigen japanischen Redaktionen auf dem Programm:
Die japanische Tageszeitung Yomiuri Shimbun erscheint zwei Mal täglich, als Morgenausgabe mit einer Auflage von derzeit etwa 9,56 Millionen Exemplaren und einer Abendausgabe mit einer Auflage von rund 3,21 Millionen Exemplaren. Daneben erscheint täglich eine englischsprachige Ausgabe der Zeitung. Damit gilt sie als auflagenstärkste Zeitung der Welt. Insgesamt erreicht sie etwa 23,7 Millionen Leserinnen und Leser.
Im 32. Stockwerk des schicken Redaktionsgebäudes haben wir uns mit mit dem Leiter des international News Department, Norihide Kiyoshi und dem Manager des Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, Ryiochi Matsumoto getroffen. Neben einer Footballmannschaft betreibt die Zeitung nämlich auch noch ein eigenes Orchester. Außerdem unterhält sie eine umfangreiche Sammlung von musikalischen Erstdrucken, wie z.b. der Neunten Sinfonie von Beethoven und eine Kunstsammlung u.a. mit Originalen von Chagall.

Ongaku No Tomo („Der Musikfreund“) ist eine japanische Musikzeitschrift mit einer Auflage von monatlich 200 000 Exemplaren, sowie je 300 000 Exemplaren im Dezember und Januar. Sie ist die einzige Musikzeitschrift Japans, die in nahezu allen städtischen und Universitätsbibliotheken des Landes ausliegt.
Die Zeitschrift wurde vor drei Generationen der Familie Horiuchi gegründet. Kumio Horiuchi, der derzeitige President des Verlages, hat uns überraschend bei dem Redaktionsbesuch beehrt, was überhaupt nicht üblich ist und auch für Manabu Imahashi völlig überraschend war. Herr Imahashi sitzt rechts neben Gewandhausdirektor Schulz. Imahashi ist der Chefredakteure des Magazins. Sein Arbeitsplatz liegt in der hintersten Ecke eines mit Papieren ind Rechnern vollgestopften Redaktionszimmers mit vielen Mitarbeitern ganz hinten an der Säule. im Verlagsgebäude gibt es noch einen kleinen aber ziemlich guten Kammermusiksaal, den der Verlag vermietet.

NHK ist Japans einzige öffentlich-rechtlich organisierte Rundfunkgesellschaft. Der Sender betreibt mehrere Fernseh- und Hörfunkprogramme in landesweit 54 regionalen Sendestudios und überträgt am Abend außerdem unsere Japan-Premiere des Deutschen Requiems. NHK hat 12.000 festangestellte Mitarbeiter, davon knapp 5000 in Tokio. Hier haben wir uns in der Kantine mit Takayuki Katskuki getroffen, dem Chefredakteure der Abteilung “Internationale Nachrichten”, denn er ist verantwortlich dafür, ob seine Korrespondentin in Berlin die Amtseinführung von Andreas nelsons redaktionell begleiten wird. Sein Mitarbeiter Ryusuke Kimura (ganz links), hatte zuvor drei Jahre lang den Job in Berlin, sodass wir uns sehr entspannt auf Deutsch unterhalten konnten.

Zwar hat sich keiner der Redakteure zu Zusagen hinreißen lassen, aber die Chancen stehen gut, dass wir in Japan auch weiterhin an erster Stelle stehen, was die publizistische Wahrnehmung angeht.

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Suntory Hall – 2. Konzert

13. November 2017

Trotz hoher Kartenpreise stehen die Konzertbesucher Schlange an der Kasse der Suntory Hall. So spielen die Kolleginnen und Kollegen vor vollem Saal. Auf dieser Tournee bedankt sich das gesamte Orchester auch bei den Zuhörern, die hinter den Musikern sitzen. Diese ungewöhnliche Geste des Danks und der Wertschätzung versetzt die Gäste meist in noch größeren Aufruhr.

Vor dem Konzert spürt man die Spannung hinter der Bühne – beim Warten, Einspielen, Intonieren und in der letzten Sekunde, bevor sich die Bühnentür öffnet, sowieso.

Kurz nach dem Konzert folgt ein kurzer Moment für Herbert Blomstedt, die Musik nachwirken zu lassen, bevor sich die Fans die Klinke in die Hand geben und er sich ihnen konzentriert zuwendet. Auch der schwedische Botschafter hat Backstage vorbeigeschaut, im Publikum wurde der ehemalige Premierminister Japans, Junichiro Koizumi gesichtet und Gewandhausdirektor Andreas Schulz freut sich über gelungene Konzerte.

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Meisterkurse in Yokohama

12. November 2017

Sébastian Jacot (Flöte) und Jonathan Müller (Trompete) haben a 10. November in Yokohama Meisterkurse für die Schülerinnen und Schüler der Totsuka High School gegeben. Ganz offensichtlich hat das viel Spaß gemacht.
Danke an Sebastian und Jonathan, dass sie ihren freien Tag der Nachwuchsförderung widmen!

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Brauen und musizieren – Suntory Hall Tokio

11. November 2017

Die Suntory Hall ist die prestigeträchtigste Halle Japans. Wer etwas auf sich hält, nimmt den Weg nach Tokio auf sich, um Konzerte in der berühmten Halle am “Herbert-von-Karajan-Platz” zu erleben. Derselbe Architekt hat übrigens die “Kithara”-Halle in Sapporo gebaut. Suntory ist ein Spirituosen- und Brauerei-Großkonzern, der von Whiskey über Bier bis Kaffee alles an Getränken produziert und vertreibt, was man sich denken kann. 1986 hat das Unternehmen die Halle anlässlich seines 60-jährigen Jubiläums der Whiskey-Produktion und des 20. Geburtstages seine Bierproduktion eröffnet. Der Architekt Shoichi San hat die um die Bühne liegenden Sitzplätze entschieden reduziert und somit versucht, die Weinbergarchitektur der Berliner Philharmonie mit der Schuhschachtel-Architetur des Wiener Musikvereinssaals zu vereinen. Die spektakulär gefaltete Holzvertäfelung die gleichzeitig Seitenwände und Teile der Decke bildet, gilt noch heute als ein Höhepunkt zeitgenössischer Konzertsaalarchitektur.

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