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Archiv für die Kategorie „03-04-2013, Wien“

Das erlebt selbst das Personal selten

Dienstag, 5. März 2013

Der erste Konzertabend in Wien begann gänzlich unspektakulär: Die sehr freundliche Begrüßung durch den Intendanten des Hauses, Dr. Angyan, ein entspannt probender Riccardo Chailly, ein großartiger Solist, Lars Vogt, der das Publikum mit seinem sportiven Spiel aus der Reserve lockte und etliche Besucher in der Pause beim Gewandhauskapellmeister in der Garderobe.
Dort fand sich überraschend Isabel von Karajan ein, die den Maestro begrüßte. Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung war zugegen. Der hatte tagsüber bereits einige offizielle Termine in der Stadt absolviert und ließ sich den Besuch am Abend nicht nehmen.
Mittenmang tauchte außerdem ein weiterer Solist der Tournee auf: Ray Chen und natürlich war auch Gewandhausdirektor Andreas Schulz anwesend.

Gregor Schenk, der das Gewandhausorchester als Journalist begleitet und in vierzehn Tagen einen Podcast über diese Reise für die Gewandhauswebsite und detektor.fm produzieren wird, hatte auch ein paar Fragen an den OBM.

Nach der Aufführung von Mahlers 5. Sinfonie brach dann die Hölle los im Musikverein – nach den letzten Takten brach das Publikum in lautstarke Ovationen und gellende Bravorufe aus. So laut und durchdringend, dass sich selbst das Servicepersonal in den Gängen verwundert anschaute. Offenbar scheint das nicht allzu oft vor zu kommen, dass das Wiener Publikum so ausser sich gerät.
Man mag es als Zuhörer oft nicht glauben, wenn andere von solch tumultuarischen Ovationen berichten, solange bis man es nicht selbst erlebt hat. An eine derartige Intensität der Bravo-Rufe konnte sich von den anwesenden Leipziger Musikern jedenfalls keiner erinnern, dies je so gehört zu haben.
Man sieht es dem Gewandhauskapellmeister auch förmlich an, was in ihm vorgeht, angesichts dieses Publikums ausser Rand und Band.

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Wien – eine Heimat des Gewandhausorchesters

Montag, 4. März 2013

Wien ist in den letzten Jahren zu einem Hauptziel europäischer Gastspiele des Gewandhausorchesters geworden.
Das erste Konzert in der Österreichischen Hauptstadt fand am 15. Juni 1960 im Musikverein statt. Franz Konwitschny dirigierte Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 3 sowie Beethovens 5. Klavierkonzert, die erste Sinfonie von Brahms und Wagners Vorspiel zu “Die Meistersinger von Nürnberg”. Also ein Querschnitt der identifikationsstiftenden Komponisten des Orchesters und der Musikstadt Leipzig.

Es folgten 43 weitere Auftritte in Wien, 27 davon im Musikverein, die anderen fanden im Konzerthaus statt und ein Gastspiel gaben die Leipziger in der Wiener Oper.

Das letzte Sinfoniekonzert spielte das Gewandhausorchester unter der Leitung von Riccardo Chailly im Musikverein. Auf dem Programm standen Werke von Friedrich Cerha (eine Auftragskomposition des Gewandhauses) sowie Beethovens 9. Sinfonie. Es war das Abschlusskonzert des fünftägigen Beethoven-Zyklus, der – ebenfalls jeweils fünftägig – in Leipzig, Paris, London und eben in Wien zu hören war.

Mit dem Amtsantritt von Riccardo Chailly hat sich der Gedanke von Residenz-Aufenthalten in ausgesuchten Metropolen Europas auch für Wien verfestigt. Ziel der Idee ist es, mehrere Auftritte des Orchesters in einer Saison zu realisieren, teils mit zyklischen Programmen (Schumann-Sinfonien in Mahler-Fassungen & Instrumentalkonzerte, Beethoven-Zyklus, im Oktober 2013 der Brahms-Zyklus, etc).

Heuer besteht das Gastspiel aus drei Konzerten, die jedoch keinem besonders auffälligen programmatischen Gedanken unterworfen sind.

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