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Archiv für die Kategorie „28-08-2012, Vilnius“

Endlich ein Wiedersehen

Dienstag, 28. August 2012

Nach 35 Jahren Pause hat uns Vilnius wieder! Verrückt oder, damals war diese allerliebste Stadt Teil der Sowjetunion, Kurt Masur Gewandhauskapellmeister, das Programm eine Triade aus Strauss, Prokofjew, Beethoven und das Publikum genauso kulturinteressiert wie heute. Auch wenn wir nicht viel Zeit zwischen Ankunft am Flughafen und Anspielprobe hatten, war der Spaziergang bzw. der Lauf – ja, manche haben sich gleich Laufklamotten übergeworfen – obligat. Es ist wirklich eine herrliche Atmosphäre in dieser Stadt. Schade, dass wir nur so kurz hier sein können.

Zu Gast waren wir im Litauischen Nationaltheater, das die Sparten Oper und Ballett beherbergt. Ein ganz schön ausladendes Gebäude mit einer riesigen Fensterfront. Betritt man das Theater, fühlt man sich wie auf einer Zeitreise in die 1970er Jahre. Nahezu alles ist authentisch und original aus der Zeit, wenn gleich die Kantine und die Foyerdeckenbeleuchtung etwas surreales haben – eindrücklich ist das allemal.

Platz für die Kleider- und Instrumentenkisten war genug auf der Hinterbühne. Also, verbrachten wir das Einstimmen zwischen Pappmachétorten, Pferdewagenimitaten und Moltonvorhängen.

In der Anspielprobe wurde das Messiaen-Mahler-Programm auf die schwierige Akustik im Saal hin aufgearbeitet. Konzertmeister Julius Bekesch stimmte an, Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly forcierte wichtige Stellen.

Es gab hohen Besuch im ausverkauften Konzert: Neben dem Intendanten des Theaters Gintautas Kėvišas und dem Bürgermeister von Vilnius Arturas Zuokas war auch der Deutsche Botschafter in Litauen Matthias Mülmenstädt, der amtierende Ministerpräsident Litauens Andrius Kubilius, der ehemalige Ministerpräsident Valdas Adamkus, der Minister für Kultur Arunas Gelunas und Außenminister Audronius Azubalis im Saal. Alle Namen gemerkt?

Wurde Messiaen eher verhalten aufgenommen, sprangen nach Mahler 6 die Besucher euphorisch von den Sesseln und applaudierten lange. Der Deutsche Botschafter ließ es sich nach dem Konzert nicht nehmen, eine kleine Rede auf den Abend zu halten und ein delikates Buffet zu spendieren, das sogleich glühende Anhänger fand. Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz dankte für die freundliche Einladung im Namen des ganzen Orchesters.

 

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