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Archiv für die Kategorie „10-31-2011, Paris“

Großes Finale in Paris

Montag, 31. Oktober 2011

Reformationstag in Paris bei 22 Grad, sensationell! Einige Musiker nutzten die Zeit, um bei einschlägigen Instrumentenbauern in Paris Bögen neu zu bespannen oder Ersatzteile zu kaufen. Der Weg führte unter anderem zur Werkstatt von
Agnès Guéroult, die für ihre Nachbauten von historischen Klarinetten und Chalumeaux berühmt ist. Wieder in Hotel angekommen: kurz ausruhen, ein paar Schnappschüsse aus dem Hotelzimmer, dann Abfahrt zur Anspielprobe im Salle Pleyel.

Geprobt wurde noch einmal das heutige Konzertprogramm Beethoven 9  und Friedrich Cerhas Auftragswerk “Paraphrase über den Anfang der 9. Sinfonie von Beethoven”.

Zwischen der Anspielprobe und dem Konzert wurde das Kazoi Watanabe-Stipendium feierlich an Katia Nemirovitch-Dantchenko übergeben.

Vielleicht kurz zur Erklärung: Dr. Watanabe aus Tokyo war Gründungsmitglied des Mendelssohn-Haus e.V. in Leipzig . Bis zu seinem Tod im Jahr 2010 hat er weit über 300.000,00 Euro für die Restaurierung des Mendelssohn-Hauses und das Musikleben im Salon des Mendelssohn-Hauses gespendet. Für die nachhaltige Verbreitung des musikalischen Erbes hat er im Jahr 2009, dem 200. Geburtstages Felix Mendelssohn Bartholdys, das nach ihm benannte Stipendium gestiftet.

Heute wurde das diesjährige Stipendium in Höhe von 5.000,00 Euro an die in Paris lebende Pianistin Katia Nemirovitch-Dantchenko vergeben. Gewandhausdirektor  Prof. Andreas Schulz und der Direktor des Mendessohn-Hauses Jürgen Ernst überreichten ihr die Urkunde im Foyer des Salle Pleyes. Das Stipendium wird für eine CD-Produktion mit der Pianistin im Mendelssohn-Haus verwendet.

Cerhas Pariser Uraufführung wurde höflich entgegengenommen, ohne aber die Begeisterung aus den ersten beiden Konzertabenden hier im Salle Pleyel zu erreichen. Ersehnt wurde Beethoven 9 mit dem Choer de Radio France unter der Leitung von Matthias Brauer und den Solisten Christiane Oelze, Annely Peebo, Kor-Jan Dusseljee und Thomas E. Bauer. Nachdem die letzten Takte verklungen waren, setzte ein stürmischer Applaus ein, der gefühlt 10 Minuten dauerte, und krönte den kompletten Beethoven-Zyklus in Paris. An die Fan-Schlangen vor dem Zimmer von Maestro Chailly hatten wir uns schon gewöhnt. Dass aber der Dirigent Paavo Järvi unter den Konzertgratulanten war, freute uns sehr.

Unsere Orchesterwarte standen dann vor der Aufgabe, den noch leeren LKW zu beladen und auf die Reise nach London zu schicken. Morgen fahren wir dann mit dem Zug zu den drei letzten Konzerten im Barbican Centre London.

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