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Archiv für die Kategorie „10-23-2011, Paris“

Magische 5 Minuten

Sonntag, 23. Oktober 2011

Ein Tourneesonntag kann auch schon mal mit Arbeit beginnen. Nach dem Frühstück besprachen Gewandhausdirektor Andreas Schulz, Orchestermanager Marco Eckertz und Mitarbeiterinnen der Londoner Agentur intermusica die Plaung der nächsten Tage, und die werden es in sich haben. Das sind sie: Julia und Roz, quasi die fleißigen Strippenzieherinnen im Hintergrund. intermusica betreut uns in den Tourneeorten Paris und London, organisiert praktisch die kompletten Tage: Hotels, Busse, Zeitpläne, Meetings, Signierstunden. Hier läuft nichts ohne die beiden.

Gut zwei Planungsstunden später gab es ein wenig Gelegenheit, die Umgebung zu erkunden. Da der Weg vom Hotel zum Salle Pleyel nicht so weit ist, bot sich ein Spaziergang dorthin an. Bei herrlichem Wetter führte der Weg durch die typischen Pariser Straßenschluchten über den Triumphbogen zu einladenden Cafes. Und wie sich das gehört, saß man auch draußen und genoss die Sonne. An einigen Ecken wurden frische Austern auf Eis angeboten. Also schnell eine geschlürft und weiter zur benachbarten Patisserie, wo man sich kaum mit einem Törtchen zufrieden geben konnte.

Im Salle Pleyel angekommen, folgte auch gleich die Anspielprobe zum heutigen Konzert, das bereits 16 Uhr begann. Beethovens 1. und 7. Sinfonie waren angesetzt und vorangestellt Steffen Schleiermachers Auftragswerk “Bann. Bewegung. mit Beethovens erster”. Das Foto zeigt Herrn Schleiermacher mit Begleitung vor Beginn der Anspielprobe. An der Tageskasse bildeten sich währenddessen lange Schlangen. Kurz vor Konzertbeginn gab Maestro Chailly in seiner Garderobe noch schnell ein Interview für einen extra angereisten belgischen Journalisten. Fix den Frack noch angelegt und dann schnell zu Bühne… Steffen Schleiermacher konnte sehr glücklich sein, bei diesem großen Applaus für seine Arbeit. Schon beim ersten Konzert zeigten die Pariser eine überraschende Offenheit und Honoration für Neue Musik. Und kaum einer dachte, dass der gestrige Beifall für die Sinfonien noch getoppt werden könnte. Irrtum, am Konzertende tobten die Besucher mit gut 5 Minuten Dauerapplaus, einem Duzend Vorhängen und Bravo-Salves.

Die Begeisterung drückte sich später auch noch durch eine sehr lange Schlange am Signiertisch des Maestros aus. Eine Vielzahl an CD-Boxen und Programmheften gab es zu signieren, was Riccardo Chailly sichtlich Freude bereitete.

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