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Archiv für die Kategorie „2011 Beethoven-Zyklus“

Ein Tag auf Reisen

Freitag, 4. November 2011

Wir sind wieder zurück in Leipzig! Von London Gatwick ging unsere Maschine direkt zum Flughafen Leipzig/Halle. In London war noch schreckliches Wetter, in Leipzig dann Sonnenschein, wie fein…

Oben seht Ihr noch ein paar Schnappschüsse von den überwiegend übermüdeten Musikern (die gestrige Abschlussparty hat ihre Opfer erbracht). Irgendwie waren wir auch nach all den schönen Erlebnissen doch wieder froh, in Leipzig zu sein.

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Worte genügen nicht

Freitag, 4. November 2011

Das war der letzte Streich, und was für einer… Aber langsam, wir fangen ganz vorn an.

Der Probenplan sah morgens eine umfangreiche Probe zum heutigen Konzert vor, Beethoven 9 mit Chor und Friedrich Cerhas Auftragswerk “Paraphrase über den Anfang der 9. Sinfonie von Beethovens”. Maestro Chailly probte bereits bei unserem Eintreffen im Barbican mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra Chorus (CBSO) in Klavierbegleitung. Viele Möglichkeiten zum Einstimmen blieben im Backstagebereich nicht übrig. Und los ging es dann mit einigen Chorstellen der 9.

Der CBSO Chorus ist ein ausgesprochen guter Laienchor, der von Simon Halsey seit gut 25 Jahren mit großem Erfolg geleitet wird. Er ist darüber hinaus auch Chefdirigent des Berliner Radiochores. Auf der Bühne, wie auch im Gespräch mit ihm fällt seine enorme Dynamik und Beweglichkeit auf. Simon Halsey ist einfach ganz nah am Stoff, gibt gestenreiche Eingaben und überträgt dem Chor viel Kraft. Diese Zusammenarbeit machte sehr viel Freude. Apropos Freude, heute gab es einen Geburtstag zu feiern: eine unserer ersten Violinen, Uwe Boge, durfte sich ein bei solchen Anlässen übliches, wildes Gefiedel von seinen Kollegen für einige Momente anhören, eine schöne Tradition. Herzlichen Glückwunsch!

Am Nachmittag dann hatten sich einige Kollegen in Meisterstunden für junge Musiker engagiert. An verschiedenen Orten, wie einer kleinen Kirche und dem Barbican Centre fanden diese Kurse statt, ob nun mit Pauken oder Streichinstrumenten. Die Schüler konnten sich hier viele nützliche Tipps mitnehmen.

Ja, und weil das heutige Konzert der Gipfel der Tournee war, bebildern wir es besonders reich. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass dieser Konzertabend ein Riesenerfolg war. Es hatte einfach nochmal alles gepasst: alle Energie, die nach drei Wochen Tournee noch zu bekommen war, haben wir hineingegeben, der Chor sang brillant, die Solisten (Christiane Oelze, Annely Peebo, Kor-Jan Dusseljee und Thomas E. Bauer) interpretierten wunderbar, das Publikum war sagenhaft. Es vergingen keine fünf Sekunden nach Satzende der 9. und der komplette Saal stand geschlossen und applaudierte. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl – Worte taugen hier schlichtweg nicht. Dass es in der Londoner Barbican Hall mehrmals in Folge stehende Ovationen gab, haben hier viele Mitarbeiter noch nicht erlebt. Diese Londoner Residenz war ein grandioser Erfolg, der sich auch in den Kritiken spiegelt. Sobald wir diese vollständig zur Verfügung haben, posten wir sie über Facebook. 2013 werden wir wieder hier sein, um den Brahms-Zyklus aufzuführen.

Als Dank für die herausragende Zusammenarbeit zwischen Gewandhausorchester und der Agentur intermusica luden Stephen Lumsden, Managing Director der Agentur, und seine Kollegen zu einer anschließenden Party ein. Dort wurde ausgiebig auf diese Tournee angestoßen und Maestro Chailly sowie Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz bedankten sich für die erbrachten Leistungen.

An dieser Stelle sei auch von unserer Seite allen gedankt, die an diesem Erfolg mitgearbeitet haben.

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Eins bleibt noch…

Donnerstag, 3. November 2011

Im stilvollen Dukes Hotel in London wurde Riccardo Chailly heute für einen Kurzfilm interviewt. Dafür wurde ein schönes Zimmer ausgewählt, um ungestört sehr herausfordernde Fragen zum Thema Leadership zu beantworten.

Am frühen Abend fuhren wir zur vorletzten Anspielprobe auf dieser Tournee ins Barbican Centre. Nach kurzen Einspielen kündigte Intermusicas Managing Director Stephen Lumsden dem Orchester eine nette Überraschung für den morgigen Abend an. Intermusica ist eine Londoner Agentur, die für uns große Teile der Tournee in Frankreich und Großbritannien organisiert hat. Nach Beethoven 9 am Donnerstag wird es eine Tour-Abschlussparty für alle Tourmitstreiter geben, juhu… Die heutige Probe wurde für einen Agenturspot aufgezeichnet. Maestro Chailly nahm einige Stellen aus den Sinfonien 4 und 6 durch, dazu Mantovanis “upon one note”.

In den letzten Tagen war zwar immer vom Barbican Centre die Rede, allerdings ohne ein paar Fotos von diesem riesigen Areal zu sehen. Hier sind einige Bilder, die einen kleinen Teil der verschiedenen Gebäude zeigen.

Hui, und das Konzert war wieder ganz schön aufregend. Wir befinden uns in London seit Tagen im Beethoven-Erfolgs-Delirium. Erst mit dem morgigen Konzert wird dieser Zustand aufhören. Mantovanis Auftragswerk wurde nett vom Publikum entgegengenommen. Nach Beethoven 6 gab es dann aber den mit Freude erwarteten, begeisterten Jubel, der stehend gespendet wurde. Das sind einfach herrliche Momente.

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Adorable London

Mittwoch, 2. November 2011

So, wir sind wieder in London. Die letzte Etappe auf unserer Tour! Das übliche Prozedere beim Transfer von Paris (Warten, Passkontrolle, Gepäckröntgen, der Kampf um einen Platz für die Koffer) konnte man verschieden ertragen. Nette Gespräche mit Kollegen oder Mitreisenden, wie oben auf dem Foto mit Herrn Dr. Creuzburg, Vorsitzender des Fördervereins des Gewandhauses, oder ein schönes Buch waren zwei Möglichkeiten. London empfing uns dann hinreißend mit Sonnenschein und der üblichen Geschäftigkeit seiner Bürger.

Zum Ausruhen blieb nicht viel Zeit. Zwei Stunden nach Ankunft im Hotel fuhren wir ins Barbican Centre, unser Home, unsere Residenz, um für das Konzert am Abend zu proben. Nur einige Passagen wurden justiert – den Stoff haben wir ja nun drauf.

Vor dem Konzert begegneten sich Partner und Sponsoren des Barbicans bei einem Empfang. Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz war eingeladen und kam mit vielen der Gäste ins Gespräch. Das ist natürlich etwas außergewöhnliches für die Gäste: dem Gewandhausdirektor, den es ja als Titel und Funktion nur einmal auf der Welt gibt, mal die Hand zu schütteln.

Das Konzert mit der Londoner Uraufführung “Grand Barcarolle” von Colin Matthews und Beethoven 3 und 8 wurde, wie wir es hier fast schon gewöhnt sind, bereits zur Pause mit einem heftigen Applausregen gewürdigt. Nach B. 3 brach dann ein Jubel los, der fast unheimlich war – Standing Ovations, Bravi, Vorhänge…  Was für ein Tag: sehr anstrengend aber reich belohnt – res severa verum gaudium.

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Großes Finale in Paris

Montag, 31. Oktober 2011

Reformationstag in Paris bei 22 Grad, sensationell! Einige Musiker nutzten die Zeit, um bei einschlägigen Instrumentenbauern in Paris Bögen neu zu bespannen oder Ersatzteile zu kaufen. Der Weg führte unter anderem zur Werkstatt von
Agnès Guéroult, die für ihre Nachbauten von historischen Klarinetten und Chalumeaux berühmt ist. Wieder in Hotel angekommen: kurz ausruhen, ein paar Schnappschüsse aus dem Hotelzimmer, dann Abfahrt zur Anspielprobe im Salle Pleyel.

Geprobt wurde noch einmal das heutige Konzertprogramm Beethoven 9  und Friedrich Cerhas Auftragswerk “Paraphrase über den Anfang der 9. Sinfonie von Beethoven”.

Zwischen der Anspielprobe und dem Konzert wurde das Kazoi Watanabe-Stipendium feierlich an Katia Nemirovitch-Dantchenko übergeben.

Vielleicht kurz zur Erklärung: Dr. Watanabe aus Tokyo war Gründungsmitglied des Mendelssohn-Haus e.V. in Leipzig . Bis zu seinem Tod im Jahr 2010 hat er weit über 300.000,00 Euro für die Restaurierung des Mendelssohn-Hauses und das Musikleben im Salon des Mendelssohn-Hauses gespendet. Für die nachhaltige Verbreitung des musikalischen Erbes hat er im Jahr 2009, dem 200. Geburtstages Felix Mendelssohn Bartholdys, das nach ihm benannte Stipendium gestiftet.

Heute wurde das diesjährige Stipendium in Höhe von 5.000,00 Euro an die in Paris lebende Pianistin Katia Nemirovitch-Dantchenko vergeben. Gewandhausdirektor  Prof. Andreas Schulz und der Direktor des Mendessohn-Hauses Jürgen Ernst überreichten ihr die Urkunde im Foyer des Salle Pleyes. Das Stipendium wird für eine CD-Produktion mit der Pianistin im Mendelssohn-Haus verwendet.

Cerhas Pariser Uraufführung wurde höflich entgegengenommen, ohne aber die Begeisterung aus den ersten beiden Konzertabenden hier im Salle Pleyel zu erreichen. Ersehnt wurde Beethoven 9 mit dem Choer de Radio France unter der Leitung von Matthias Brauer und den Solisten Christiane Oelze, Annely Peebo, Kor-Jan Dusseljee und Thomas E. Bauer. Nachdem die letzten Takte verklungen waren, setzte ein stürmischer Applaus ein, der gefühlt 10 Minuten dauerte, und krönte den kompletten Beethoven-Zyklus in Paris. An die Fan-Schlangen vor dem Zimmer von Maestro Chailly hatten wir uns schon gewöhnt. Dass aber der Dirigent Paavo Järvi unter den Konzertgratulanten war, freute uns sehr.

Unsere Orchesterwarte standen dann vor der Aufgabe, den noch leeren LKW zu beladen und auf die Reise nach London zu schicken. Morgen fahren wir dann mit dem Zug zu den drei letzten Konzerten im Barbican Centre London.

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