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Archiv für die Kategorie „Brahms-Zyklus in Wien“

Presse-Echo zur Brahms-Tournee

Montag, 25. November 2013

Das Gewandhausorchester war vom 21. Oktober bis 7 November in London, Paris und Wien auf Tournee. Gespielt wurden die vier Sinfonien von Johannes Brahms und alle seine Instrumentalkonzerte. Unter der Leitung von Gewandhauskapellmeister Chailly spielten die Solisten Leonidas Kavakos (Violine), Enrico Dindo (Violoncello), Arcadi Volodos und Pierre-Laurent Aimard (Klavier). Die Rezensionen sind allesamt positiv bis überschwänglich ausgefallen:

“Transparenz ist Trumpf. So klingt es zu weilen eher herb-frisch als romantisch-klangschwelgerisch. Dem Brahms’schen Naturell kommt das durchaus entgegen.” (Die Presse). “Von weichgespülter Süßlichkeit war auch im Andante keine Spur”, “Selbst das sattsam bekannte und denkbar schlichte Thema des vierten Satzes bekam neue Frische und Brisanz.” (Der Standard). Einen „rebellischen Brahms von dem Team, das ihn am besten kennt“, hörte Edward Seckerson von The Arts Desk in London. Ein Brahms voll „klassischer Strenge, sehniger Vitalität“, es sei eine „totale Neubewertung des Komponisten“ vorgenommen worden, nicht mehr der konservative Romantiker, sondern „der komplexe innovative Sinfoniker“ sei hier zum Vorschein gekommen, „empathisch, fesselnd, zugespitzt“. Der „glühende Klang des hochkarätigen Orchesters“ beeindruckte den Rezensenten des Evening Standard.

Zielstrebiger Drive, der in einem atemlosen Lauf zum Ende hin kulminiert“, faszinierte die Financial Times in der 1. Sinfonie sowie eine Lesart durch das Orchester und Chailly, die „Selbstbewusstsein ausstrahlt.“ The Guardian bescheinigt, dass „Chaillys Brahms-Zyklus mit seinem herausragenden Orchester“ ein „Haupt-Event“ der Saison sei. Ebenfalls in einer Guardian Rezension zu lesen: die Herangehensweise an Brahms sei „gleichzeitig beseelt und scharfsinnig kritisch, weder massiv noch selbstverliebt überformt sondern absolut schlüssig“. In der dritten Guardian-Rezension schreibt Stephen Pritchard, das Orchester sei in „aufregend guter Form“. Schließlich schreibt The Times in ihrer 5-Sterne-Rezension: „Ein kollektiver Triumph – Leipzig rocks!“

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Neu engagiert und mit Brahms in London, Paris und Wien

Freitag, 8. November 2013

Sie sind jung, talentiert, haben ihre Bewährungsprobe im Gewandhausorchester bestanden und sind seit Beginn dieser Spielzeit fest im Orchester engagiert. Ivan Bezpalov, Manfred Ludwig, Tahlia Petrosian und Anton Jivaev waren beim Brahms-Zyklus dabei und spielten alle Sinfonien und Instrumentalkonzerte in Leipzig und in den Residenzstädten London, Paris und Wien gemeinsam mit den “alten Hasen”.

Talentieter Nachwuchs: Ivan Bezpalov (Bratsche), Manfred Ludwig (2. Flöte & Piccolo), Tahlia Petrosian (Bratsche), Nicolas Defranoux (Violoncello; bereits in einer der vorherigen Spielzeiten engagiert) & Anton Jivaev (Bratsche) (v.l.n.r.)

Talentieter Nachwuchs im Gewandhausorchester: Ivan Bezpalov (Bratsche), Manfred Ludwig (2. Flöte & Piccolo), Tahlia Petrosian (Bratsche), Nicolas Defranoux (Violoncello; bereits in einer der vorherigen Spielzeiten engagiert) & Anton Jivaev (Bratsche) (v.l.n.r.)

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Eine Festanstellung in einem Orchester ist jedoch nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. Bewerber beim Gewandhausorchester müssen einen langwierigen und nervenaufreibenden Bewährungsprozess durchlaufen, wie Karsten Heins, Solo-Kontrabassist und Mitglied des Orchestervorstands erklärt:

“Jede vakante Stelle wird weltweit ausgeschrieben und von den Orchestermitgliedern anhand des Lebenslaufs als geeignet eingestufte Kandidaten werden anschließend zu einem Probespiel nach Leipzig eingeladen. Ausschlaggebend für eine Einladung sind vor allem ein guter Lebenslauf, die Ausbildung an exzellenten Hochschulen, bei renommierten Lehrern und möglichst erste Engagements.”

“Jeder Musiker im Gewandhausorchester musste bisher die Hürde des Probespiels meistern und sich dem Urteil des gesamten Orchesters und des Gewandhauskapellmeisters stellen. Aber wer diese Prüfung bestanden hat, ist auch befähigt, im Gewandhausorchester und auf Tournee zu spielen.”, so Heins, der selbst während seines Probejahres (2008) zum ersten Mal mit dem Orchester durch Europa tourte und dabei von den Kollegen auf Herz und Nieren geprüft wurde.

“Tourneen, wie der Brahms-Zyklus, sind ausgesprochen wichtig für die Integration der neuen Kollegen, auch während der Probezeit. Nirgendwo sonst wachsen Orchestermusiker mehr zusammen als auf einer Reise. Davon profitieren die musikalische Leistung, die man jeden Abend gemeinsam abliefern muss und man lernt die Kollegen richtig kennen. Die Mischung aus alt und jung, beziehungsweise Erfahrung und Überschwang der Jugend ist sehr wichtig für die Qualität eines Orchesters.”, ist sich Heins sicher.

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Ivan Bezpalov, in Tschernigow (Ukraine) geboren, erhielt seine Ausbildung in Kiew und Nürnberg. Anschließend war der heute 28-Jährige Akademist im Bayerischen Staatsorchester München.

Den 29-jährigen und in Erding geborenen Manfred Ludwig verschlug es nach seinem Studium in Hannover wieder zurück nach Bayern, ebenfalls in die Akademie des Bayerischen Staatsorchesters, bevor er im Gewandhausorchester engagiert wurde.

Die Australieren Tahlia Petrosian (30), studierte in ihrer Heimatstadt Sydney sowie in Berlin und war bereits beim Royal Flemish Philharmonic in Antwerpen, beim Orchester der Deutschen Oper Berlin und beim London Philharmonic Orchestra engagiert.

Anton Jivaev (37), geboren in Taschkent (Usbekistan), erhielt seine Ausbildung in Philadelphia und war vor seinem Engagement im Gewandhausorchester Solobratscher beim North Carolina Symphony Orchestra.

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Impressionen vom 50. Konzert in Wien

Donnerstag, 7. November 2013

Gestern Abend (Mittwoch, 06. November 2013) hat das Gewandhausorchester sein 50. Konzert im Laufe seiner über 270-jährigen Geschichte in Wien gespielt. Neben der 3. Sinfonie von Johannes Brahnms stand auch das 1. Klavierkonzert von Brahms auf dem Programm. Am Klavier machte der Franzose Pierre-Laurent Aimard diesen Abend zu einem ganz besonderen Moment, wie einer unserer Twitter-Follower schrieb:

“…these moments. when you hear pieces you heard 100x before and suddenly heavens open up and miracles happen.”

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Wien-Jubiläum: 20 Konzerte mit Chailly und 50 insgesamt

Mittwoch, 6. November 2013

Gestern konnten wir ein kleines Jubiläum feiern, denn das Konzert im Musikverein – auf dem Programm standen die 2. Sinfonie sowie das 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms -  war das 20. Wien-Konzert des Gewandhausorchesters unter der Leitung seines amtierenden Gewandhauskapellmeisters Riccardo Chailly. Diese 20 Konzerte, sowohl im Musikverein als auch im Konzerthaus, wurden auf sieben Konzertreisen gegeben.

Mit dem Gastspiel am heutigen Mittwoch können wir sogar ein weiteres Jubiläum feiern. Dann wird das Orchester sein 50. Konzert in Wien spielen. Im Laufe seiner Geschichte gastierte das Gewandhausorchester unter den jeweils amtierenden Gewandhauskapellmeistern insgesamt 21, bzw. mit der aktuellen Tournee 22 Mal in der österreichischen Hauptstadt (inkl. Tourneen mit dem Thomanerchor).

Heute Abend stehen die 2. Sinfonie sowie das 2. Klavierkonzert von Brahms auf dem Programm. Um die Zahlenspielerei noch etwas weiter zu treiben: Das wäre dann der 10. Konzertabend in der Geschichte des Gewandhausorchesters, an dem Brahms in Wien gespielt wird.

Aber alle Brahms’schen Sinfonien und Instrumentalkonzerte während eines Gastspielaufenthalts in Wien – das gab es in der über 270-jährigen Orchestergeschichte jedenfalls noch nie.

*Alle Angaben beruhen auf Informationen des Gewandhausarchivs.

Einige Impressionen von Dienstag, 05. November 2013

 

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Das schreibt die Wiener Presse

Mittwoch, 6. November 2013

Pünktlich zur Halbzeit beim Brahms-Zyklus in Wien sind die ersten Rezensionen unserer Musikvereinskonzerte geschrieben und einige Interviews mit Riccardo Chailly erschienen: Die Presse (05.11.), ORF (05.11.), Radio Stephansdom (05.11.).

“Brahms aus Leipzig tönt herb und frisch” titelt Die Presse und bestätigt den traditionsreichen und unverwechselbaren Klang des Gewandhausorchesters. Denn “Der beruht auf der großen deutschen Spieltradition, geht nicht von hedonistischer Lust an satten Farbmixturen aus, sondern vom kontrapunktischen Denken, das jeder Stimme zu ihrem Recht verhelfen will: Transparenz ist Trumpf. So klingt es zu weilen eher herb-frisch als romantisch-klangschwelgerisch. Dem Brahms’schen Naturell kommt das durchaus entgegen.” (Die Presse, 06.11.2013).

“Rau, zerklüftet, aber auch kämpferisch auftrumpfend” klangt die 1. Sinfonie für Daniel Ender vom Standard oder geografisch interpretiert, “so norddeutsch wie schon lange nicht mehr”. “Von weichgespülter Süßlichkeit war auch im Andante keine Spur”, “Chailly evozierte kaum weniger Pathos, als man es von Brahms sonst gewohnt war” und “selbst das sattsam bekannte und denkbar schlichte Thema des vierten Satzes bekam neue Frische und Brisanz.” (Der Standard, 05.11.2013)

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