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Archiv für die Kategorie „22-05-2012, Madrid“

Adieu Hélène & Flucht vor Putsch

Mittwoch, 23. Mai 2012


So – gestern war es nun soweit, der erste Abschied war gekommen: diesmal von unserer Solistin Hèlène Grimaud. Noch einmal stürmisch bejubelt von den Fans in Spanien freuen wir uns auf ein nächstes Mal!
Vielen Dank!

Der Hinterbühnenbereich im Auditorio Nacional de Madrid, ist von Aufnahmen aus der Vergangenheit bevölkert. Bei einem seiner ersten Auftritte in Spanien wurde auch von Riccardo Chailly ein Erinnerungsfoto gemacht, um den Maestro in der Reihe der berühmten Gäste des Auditorio zu verewigen. Wir erinnern uns mit.
Vorher-Nachher.

Und noch ein kleiner Blick in die Vergangenheit:
Orchesterwart Lothar Petrausch, der alle Reisen nach Spanien miterlebte begann seine spanische Karriere gleich mit einem Putsch.
Just am 23. Februar 1981, am zweiten Tag der allerersten Spanien-Tournee des Orchesters (damals mit dem Thomanerchor) unternahm das spanische Militär vom damaligen Gastspielort Valencia aus einen erfolglosen Putschversuch. Frustrierte Teile der Armee wollten an diesem Tag, ausgehend von Valencia, die junge Demokratie stürzen und die Diktatur wieder einführen. Der sogenannte “23-F” (23. Februar) wurde durch das entschlossene Auftreten von König Juan Carlos I, dem spanischen Oberbefehlshaber, nach wenigen Stunden beendet.
Die Thomaner, das Orchester und Lothar Petrausch kamen gerade noch so eben aus der Stadt und mit dem Schrecken davon.

In der Pause des Konzertes in Madrid begrüßte Riccardo Chailly eine spanische Delegation unseres Global Partners, des Sponsors DHL hinter der Bühne. Derweil erholten sich die Musiker und die beiden Intendanten Andreas Schulz (Gewandhaus) und Henry Schneider (Stelzen-Festspiele) posieren zum Doppelportrait.


Heute, 23.5. hieß es dann Abschied nehmen von Madrid. Mit dem Zug ging es in knapp drei Stunden nach Barcelons. Mit nur einem Halt und nie weniger als 270 kmh – Liebe Deutsche Bahn  – da scheint es noch Verbesserungspotenzial zu geben beim Zugverkehr in Deutschland!

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Reden und Schwelgen

Mittwoch, 23. Mai 2012


Jesús Ruiz Mantilla ist einer der wichtigsten spanischen Musikjournalistren. Er arbeitet für “El País” und dort auch für die Sonntags-Beilage “[EPS]“, eine Hochglanz-Beilage der Tageszeitung. Mantilla und Chailly kennen sich seit fünfzehn Jahren. Das zweistündige Gespräch drehte sich um Interpretationsfragen von Beethoven und Mahler, die (finanzielle) Situation der Kultur in Deutschland und Spanien, Chaillys Kindheit, die Brahms-Gesamteinspielung, Dirigentenverlgeiche und die Prägung der Herkunft (die beiden Gesprächspartner stammen jeweils aus den nördlichen Regionen ihrer mediterranen Heimat).

Madrid ist in vielen Ecken noch immer malerisch, vor allem dort, wo Traditionen gepflegt werden, wie in der berühmten Süßwaren-Manufaktur “Casa Mira”. Hier werden noch heute die aus Mandeln und Zucker (manchmal verfeinert mit Eigelb und kandierten Früchten) betehenden Sorten des süssen “Turron” mit der Hand hergestellt. Verkäuferinnen in weißen Arbeitskitteln, die auch irgendwie aus der Zeit gefallen scheinen, begegnen dem nasch- und kaufwilligen Touristen mit unnachahmlicher Grandezza, in die sich eine Spur Missachtung mischt, die von der unerschütterlichen Gewissheit zeugt, dass der radebrechende Schnösel die himmlischen Preziosen sowieso niemals in ihrer gesamten existenziellen Dimension wird schätzen können.

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Nicht, dass Sie denken……

Dienstag, 22. Mai 2012

…..dass es so gemütlich ist auf Orchestertourneen.
Dass man einmal Zeit hat zu anderen völkerverständigenden Maßnahmen, als Musik zu machen, zum Beispiel zum Fußball spielen mit Orchesterkollegen aus anderen Ländern, kommt nicht allzu häufig vor.


Damit Sie unsere Rasenhelden auch mal in ihrer natürlichen Umgebung sehen können, hier die Portraits der Teammitglieder an ihrem jeweiligen Instrument – wo sie natürlich auch – im Wortsinne – Teamplayer sind!

 

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