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Archiv für die Kategorie „21-05-2012, Madrid“

Madrid, erster Abend

Dienstag, 22. Mai 2012

Die Liste der Auftritte des Gewandhausorchesters, die der örtliche Veranstalter in Spanien organisiert hat, ist ziemlich beeindruckend:
Seit 1981 organisiert Ibermúsica Konzerte mit dem Gewandhausorchester. DIe meisten logischerweise mit Kurt Masur (21), gefolgt von Riccardo Chailly (11) und Herbert Blomstedt (4). Riccardo Chailly war mit unterschieldichen Orchestern bereits viel öfter in Spanien, was seine große Bekannt- und Beliebtheit hier erklärt. Seit 1984 gastierte der Gewandhauskapellmeister 73 Mal auf dem spanischen Festland und auf den Kanaren, beginnend mit dem Berliner Rundfunkorchester. AUßerdem mit dem London Symphony Orchetra, dem Concertgebouw Orkest, dem Orchester der Mailänder Scala, mit dem Mailänder Sinfonieorchester Giuseppe Verdi und dem Gewandhausorchester.
Um die Statisktik ab zu runden: Leonidas Kavakos, erster Solist der beiden Madrid-Konzerte trat bislang vier Mal in Spanien auf.


Bei Proben ist man als Musiker trotz klarer Ansagen des Chefs manchmal etwas ratlos – so wie David Cribb auf unserem Foto. In der Pause wird das Instrument dann erst einmal gegen einen Kaffee eingetauscht. Der Saal des Auditorio Nacional ist bei den Musikern sehr beliebt. Er klingt warm und nicht zu hart. Mit den symmetrisch angeordneten Licht-Objekten macht der von José María García de Paredes entworfene und 1988 eröffnete Saal auch nach einem viertel Jahrhundert noch eine zeitlose und gute Figur.


Das spanische Publikum ist ungeheuer begeisterungsfähig, was sich regelmäßig in Jubelstürmen Bahn bricht. Allerdings ist dem nordeuropäischen Konzertbesucher das Verhalten der Spanier vor dem Konzert ein wenig fremd. Was auf dem Foto nach Aufbruch bei Konzertende aussieht, ist das normale Bild vor Beginn des Konzerts. Das Orchester sitzt – im Gegensatz zum Publikum – nämlich schon eine Weile.
Man hat in Madrid seit unserem letzten Aufenthalt offenbar die Lichtregie verändert, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erhaschen: Man verdunkelt abrupt den Saal und fährt das Licht auf der Bühne hoch, was offensichtlich Wirkung zeigt und das Publikum  – zumindest einen Großteil – zum Hinsetzen zwingt.

 

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