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Archiv für die Kategorie „09-16-2011, Stiftsbasilika St. Florian“

Hommage an Bruckner

Freitag, 16. September 2011

Noch ein kurzer Blick auf den Vierwaldstätter See am Morgen und schon waren wir auf dem Weg nach Zürich, um das Flugzeug nach Linz zu nehmen. Ade, schöne Schweiz. Die Fluglinie zog sich direkt am Alpenrand entlang und so konnte man recht weit in die schneebedeckten Berge schauen, sehr eindrucksvoll. In Linz angekommen blitzte uns die Donau an. Nicht lange und wir waren auf dem Weg zu unserem heutigen Konzertort: St. Florian.

Schon bei der Anfahrt wurde klar, was für Ausmaße dieses Stiftskloster hat. Über den satten, prachtvollen Barock der Gebäude und der Basilika konnte man nur staunen. Nach vielen Treppen und noch mehr aufgeschlossenen Eichenholztüren kann man die berühmte Brucknerorgel, auf der der Komponist selber musizierte, beschauen. Von 1848-1855 wirkte Anton Bruckner hier als Stiftsorganist. Der Blick von dort auf den Altar ist grandios. Der heilige Florian, nachdem das Kloster benannt wurde, ist Schutzpatron der Feuerwehr. Der Schnappschuss mit Feuerlöscher sollte damit erklärt sein (der Löscher steht genau so neben der Orgel).

Anton Bruckner hat in der Krypta seine letzte Ruhe gefunden und es ist wohl für jeden Musiker, der in dieser Kirche spielt wie, als ob der Meister höchstpersönlich mithört. Es ist schon eine große Ehre für das Gewandhausorchester, an diesem Ort Bruckners 6. Sinfonie zu geben. Die Gebeine hinter dem Brucknersarg sind beim Bau des Klosters an diesem Ort aufgefunden worden, es handelte sich dort offenbar um eine frühe christliche Begräbnisstätte.

Schnell wieder hoch in die Umzugsräume und dann in die Basilika zur Anspielprobe:

Danach hatte unser Global Partner DHL einen kleinen Empfang organisiert, zu dem auch Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz kam.

Und dann war es endlich soweit. Der Kirchenraum hatte natürlich akustisch seine Tücken (3-5 Sekunden Nachhall), aber dennoch gelang die 6. Sinfonie Bruckners atemberaubend gut und war fein abgestimmt. Man spürte beim Musizieren, dass dieses Konzert etwas ganz besonderes war. Maestro Chailly war sehr berührt und dankte für den tosenden Applaus und die zahlreichen Vorhänge. Für große Liebhaber gab es nach dem Konzert noch eine Autogrammstunde im ehemaligen Arbeitszimmer Anton Bruckners.

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