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Archiv für die Kategorie „19. Februar 2010 Costa Mesa“

Ein amerikanischer Traum

Montag, 22. Februar 2010

von Charlotte Schrimpff, Leipziger Volkszeitung

Auf seiner USA-Tournee reißt das Gewandhausorchester in Costa Mesa die Zuhörer von den Sitzen.
Und wieder steht ein Saal. Freitagabend heißt der „Renée and Henry Segerstrom Concert Hall“ und hat 2000 Plätze. 1500 davon sind besetzt. Bravi beenden bereits die Ouvertüre und nach der Zugabe, Ludwig van Beethovens „Egmont“ op. 84, kennt der Taumel keine Grenzen. Das Gewandhausorchester gibt sein drittes Tourneekonzert und erlebt dabei den dritten Triumph.

Südlich von Los Angeles, in Costa Mesa. Was sich in etwa mit „Küstenplateau“ übersetzen lässt, selbst da die Stadt gar nicht richtig am Wasser liegt – bis zu den Stränden in Newport und Huntington sind es durchaus noch ein paar Meilen. Manche sprechen darum lieber vom „Künste-Plateau“, was die Sache tatsächlich besser trifft. Das „Orange County Performing Arts Center“ ist ein Begriff über die Region hinaus, in den insgesamt vier Sälen verschiedenster Bestuhlung ist von Oper, Musical über Jazz und Theater im Prinzip alles möglich.

Möglich deshalb, weil es Renée und Henry Segerstrom gibt. Ihr Vorfahr, Carl Segerstrom, ein Schwede, begründete den Familienwohlstand 1900 mit dem Kauf einer Farm für Limabohnen. An deren Stelle steht inzwischen das zweitgrößte Einkaufszentrum der Vereinigten Staaten, die South Coast Plaza von 1967 mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Dollar. Den Segerstroms gehört außerdem eins der größten Immobilien-Unternehmen Kaliforniens und, gewissermaßen, der genannte Kunstkomplex am Town Center Drive. Sie spendeten das Grundstück und sie finanzieren einen Großteil des kulturellen Betriebs dort. Eine Art amerikanischer Traum.

Das Gewandhausorchester spielt auch in der zweitgrößten der Stätten, deren Akustik Russell Johnson konzipiert hat – niemand geringerer also als der Kreateur jener akustischen Anpassbarkeit, die man aus dem Haus in Luzern kennt und in Birmingham schätzt – unter anderen, selbstverständlich.

Es ist ein eleganter Saal, mit hellem Holz und Samt auf den Sitzen, ein Rotton, der fast schon ein bisschen ins Orange sticht. Drei Emporen schmiegen sich in weichen weißen Wellen an die Wände, die Orgel ist ein Rechteck, schlicht, silbern und mit Stil.

Zur Probe noch, als bloß ein paar Kollegen in den Reihen sitzen und darauf warten, dass Riccardo Chailly Antonín Dvoràks Neunte anspielen lässt oder, wie am Vorabend, Mendelssohns Violinkonzert, klingt er laut und ungefiltert, fast ein bisschen überdirekt. Später dafür, als alle Fräcke tragen und das Publikum samt Garderobe die unschönsten dieser Härten schluckt, ist er das, was ein guter Saal zu sein hat: Instrument des Dirigenten. Wäre also noch mehr Zeit gewesen zum Probieren, hätte sicherlich nicht  nur Lukas Beno den idealen Ferntrompeten-Platz gefunden, sondern Chailly Möglichkeiten und Mittel, die Sinfonie auch auf den Rängen so klingen zu lassen wie es im Parkett geklungen hat: Fundamental.

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Leipzig Gewandhaus, Chailly, make old program sound new

Samstag, 20. Februar 2010

Der Orange County Register veröffentlichte am 20. Februar eine Rezension über das Konzert in Costa Mesa. Interessant sind auch die Kommentare, die der Rezension von Tim Mangan  folgten.

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Costa Mesa

Samstag, 20. Februar 2010

114 Menschen in vier Bussen. Das ist das normale Bild einer Konzerttournee, sofern sie per Bus geschieht. Manch einer hat dabei etwas mehr zu transportieren als andere, wie beispielsweise Daniel Pfister. Erschwerend auf der Reise kommt hinzu, dass Kleidung für Hochsommer-Temperaturen und Winter mitgenommen werden mussten.

In Costa Mesa zeigt sich das kulturelle Zentrum der Stadt nobel-adrett, weitläufig, hell und ansprechend. Auf der einen Seite das Opernhaus und schräg gegenüber die Segerstrom Concert Hall. Man hat sich für das Ensemble auch gleich noch eine enorm große Skulptur von Richard Serra geleistet. Im Inneren der Stahlplatten erfährt der “Nutzer” der Skulptur  spektakuläre Echowirkungen.

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Interview Orange County Register

Montag, 15. Februar 2010

Noch vor der Abreise in die USA hat Riccardo Chailly ein ausführliches Interview mit Timothy Mangan von Orange County Register gegeben. Chailly gibt hier einige interessante Einblicke in das Programm der Tournee.

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Costa Mesa (19.02.2010)

Montag, 1. Februar 2010

Orange County Performing Art Centre

Ludwig van Beethoven
3. Ouvertüre zu der Oper “Leonore” op. 72a
Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Antonín Dvorák
9. Sinfonie e-Moll op. 95 (“Aus der Neuen Welt”)

Nikolaj Znaider; Violine

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