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Maria João Pires

Die 1944 in Lissabon geborene Pianistin Maria João Pires gab als Vierjährige ihr erstes Konzert und gewann als Neunjährige den Wettbewerb der portugiesischen Jeunesse Musicale, dem eine Reihe weiterer Preise folgte. 1961 erhielt sie ein Stipendium, das ihr die Fortsetzung ihres Studiums bei Rosl Schmid und Karl Engel in Deutschland ermöglichte. Ihre internationale Karriere begann 1970, als sie in Brüssel einen zu Beethovens 200. Geburtstag ausgelobten internationalen Wettbewerb gewann. Wichtige Stationen ihrer Laufbahn markierten die Debuts in London (1986) und New York (1989). Claudio Abbado verpflichtete sie 1987 als Solistin für die erste Tournee des neugegründeten Gustav Mahler Jugendorchesters, und er stand auch am Pult, als Maria João Pires 1990 ihren Einstand bei den Salzburger Osterfestspielen mit den Wiener Philharmonikern gab. Regelmässig konzertiert sie in ganz Europa, den USA, Kanada, Japan und Israel. Das Repertoire, das sie zur Aufführung bringt, verzichtet bewusst auf die (spät)-romantische Virtuosenliteratur und konzentriert sich auf Werke von Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann und Chopin. Ein Schwerpunkt in der künstlerischen Arbeit von Maria João Pires ist der Kammermusik gewidmet: Die Geiger Augustin Dumay und Viktoria Mullova, der Bratschist Yuri Bashmet, der Cellist Jian Wang und der Oboist Douglas Boyd zählen dabei zu ihren Partnern. 1999 rief sie im portugiesischen Belgais nahe der spanischen Grenze ein interkulturelles Zentrum ins Leben, das sich der Fortbildung junger Künstler aus verschiedenen Disziplinen widmet. 2005 gründete sie überdies das experimentelle Theater-, Tanz- und Musikensemble Impressões d’Arte, mit dem sie die Projekte Transmissions und Schubertiade realisierte. Die CDs, die Maria João Pires eingespielt hat, wurden mehrfach mit dem Grand Prix du Disque ausgezeichnet.