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2013 | Brahms-Zyklus

Riccardo Chailly & das Gewandhausorchester entfachen den “Brahms-Cultus“ neu

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“Frei vom Ballast der unzähligen Interpretationen, haben wir uns auf die Suche nach einem unverstellten Blick auf Brahms gemacht – Brahms wie die Orchester ihn gespielt haben könnten, bevor sie die Werke von Mahler, Bruckner, Wagner und Strauss im Repertoire hatten“ so umreißt Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly seine Herangehensweise, mit der er und das Gewandhausorchester die Sinfonien und Instrumentalkonzerte von Johannes Brahms interpretieren.

Das Gewandhausorchester ist schon zu Lebzeiten nicht aus der Rezeptionsgeschichte von Johannes Brahms weg zu denken: Brahms besuchte Leipzig von 1853 an 16 Mal als Dirigent und Pianist. Unter den großen Komponisten der Welt ist er einer der am häufigsten in Leipzig gesehenen Künstler. Das Orchester galt bereits damals – nach den Uraufführungen in Wien – als wichtigster Interpret seiner Werke. Brahms dirigierte die Erstaufführungen der 1., 2. und 3. Sinfonie persönlich und saß bei den Leipzig-Premieren seiner beiden Klavierkonzerte als Solist am Klavier. Uraufgeführt wurden in Leipzig die Klavier-sonate C-Dur op.1, die Orchesterfassung der 3 Ungarischen Tänze WoO 1, das Violinkonzert D-Dur op. 79 sowie die Uraufführung der vollständigen Fassung des „Deutschen Requiems“.

Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts ergriff das Leipziger Publikum regelmäßig der „Brahms-Cultus“, wenn der Komponist sich ankündigte. Die Stadt Leipzig hat dem Hamburger sogar den Posten des Thomaskantors angeboten, den dieser nach reiflicher Überlegung aber ablehnte. Nach anfänglichen Irritationen erkannten auch die Redaktionen der in Leipzig angesiedelten wichtigen europäischen Musikzeitschriften die Bedeutung von Johannes Brahms und unterstützten mit ihren Rezensionen von Gewandhauskonzerten Brahms´ Aufstieg zum verehrtesten lebenden deutschen Komponisten der Musikwelt neben Wagner und nach dessen Tod zum erfolgreichsten.